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Die Grabtücher Jesu
(Auszug aus einer Gesamtdokumentation)
In der vorliegenden Dokumentation will ich die wichtigsten historischen Quellen zum Schweißtuch und Grabtuch Jesu in Bild und Text, chronologisch zusammengestellt, dem interessierten Leser zugänglich machen.
Wer sich aber über die Geschichte des Schweißtuches Jesu (= "Volto Santo" von Manoppello) Klarheit verschaffen will, muss zunächst einmal die verschiedenen Tuchreliquien unterscheiden, damit er die Quellen richtig zuordnen kann. Vielfach werden sie verwechselt oder gleichgesetzt. Es gibt von diesen sog. Grabtüchern Jesu folgende:
1. Das Schweißtuch Jesu (=Volto Santo von Manoppello)
vgl. Joh. 20, 5ff
Anmerkung: Damit ist jenes kleine dünne Tuch gemeint, das Petrus und Johannes am Ostermorgen im leeren Grab fanden und auf dem das Antlitz Jesu abgebildet ist. Es wird heute in der Klosterkirche von Manoppello (Italien) aufbewahrt.
2. Das Grabtuch Jesu (=Turiner Grabtuch) vgl. Joh. 20, 5ff;
Matt. 27, 57ff; par.
Anmerkung: Damit ist jenes große Leinentuch gemeint, in das man beim Begräbnis den Leichnam Jesu einhüllte und auf dem die ganze Gestalt des Leichnams Jesu im Negativ abgebildet ist. Dieses Tuch wird im Dom von Turin aufbewahrt. Dazu gibt es im Internet mehrere Dokumentationen, vor allem unter "Grabtuch: Geschichte ". Das Gesicht auf dem Grabtuch und auf dem Schweißtuch ist deckungsgleich. Beide sind also zwei verschie-dene Bilder vom Gesicht Jesu und gehören so zusammen.
3. Die Leinenbinden (vgl. Luk. 24, 12)
Anmerkung: Damit sind jene Leinenbinden gemeint, mit denen man den Leichnam Jesu umhüllte und die man neben dem Schweißtuch und Grabtuch am Ostermorgen im leeren Grab fand. (vgl. Jo 20, 5ff)
4. Das Schweißtuch der Veronika
Anmerkung: Damit ist jenes Tuch gemeint, das eine Frau Jesus am Kreuzweg reichte (6. Station) und auf dem sich das Antlitz Jesu abgebildet haben soll. Wo sich heute dieses Tuch befindet, ist nicht bekannt. Da man das Schweißtuch Jesu seit 1143 auch "Veronika" (=vera ikon = wahres Bild Jesu) nannte, wird beides oft miteinander verwechselt. Große Künstler haben im Mittelalter das "Schweißtuch der Veronika" gemalt. Es zeigt das Haupt Christi mit Dornenkrone. Im Unterschied dazu wurde anfangs das "Schweißtuch Jesu" ohne Dornenkrone auf einem durchsichtigen Schleier gemalt, wie das Volto Santo von Manoppello aussieht (vgl. Veronika-gemälde des "Meister von Flemalle" um 1375). Näheres zum Schweißtuch der Veronika s. Internet unter: Christliche Ikonographie http://www.haefely.info oder Das große Buch der Heiligen unter 4.Febr.).
5. Das Schweißtuch von Oviedo (Spanien)
Anmerkung: Damit ist ein Stück Leinentuch gemeint, das seit dem XI. Jahrhundert in der Kathedrale von Oviedo (Spanien) aufbewahrt wird. Es sind darauf Schmutz und Blutspuren zu sehen. Die Blutgruppe soll mit der vom Turiner Grabtuch übereinstimmen. Vermutlich ist dies ein Tuch, mit dem man den Leichnam Jesu bei der Beerdigung reinigte oder auf den Leichnam legte (Näheres dazu s. Internet: Schweißtuch von Oviedo; Les Voiles de Veronique, Manoppello, et Oviedo; Das Grabtuch von Turin – eine wahre Reliquie von Jesus? S. 10)
6. Das "Abgar-Bild" (König Abgar V., 13 –50 n. Chr.)
Anmerkung: Damit ist jenes Gemälde vom Antlitz Jesu gemeint, das König Abgar von Edessa durch den Abgesandten Hannan erhalten und aufbewahrt haben soll. Wie dieses Gemälde aussah, ob es überhaupt existiert hat und wo es heute sich befindet, ist nicht bekannt. Wir wissen, dass es ein solches Bild gab durch die sog. "Abgarbriefe", die der Geschichtsschreiber Eusebius um 335 nach eigenen Angaben in Edessa gesehen hat. (s. Internet: Der Briefwechsel Jesu mit Abgarus Ukhama in Edessa, 1+3.Brief).
Dieses Christusbild – sofern es existiert hat - darf aber nicht mit dem "Schweißtuch Jesu", dem Volto Santo in Manoppello verwechselt werden. Dieses wird meist mit König Abgar V. in Beziehung gebracht, weil Judas Thaddäus es ihm vermutlich gebracht hat und er dadurch geheilt wurde. (vgl. Hinweis Jesu im 4. Antwortschreiben an Abgar und die bildlichen Dokumente von der Heilung des Abgar).
7. Das "Mandylion von Edessa"
Anmerkung: Damit sind Abbildungen vom Schweißtuch Jesu gemeint. Es gibt davon eines im Vatikan und in Genua. Auf dessen Silberrahmen ist die Geschichte des Schweißtuches abgebildet. Dass es schon sehr früh solche Abbildungen gab, erwähnt bereits Bischof Irenäus (+202), der aus Kleinasien stammte. (vgl. Internet: Christusbild S. 1). Das von ihm erwähnte "Urbild" kann aber nur das "Schweißtuch Jesu" sein, weil das Gesicht Jesu auf dem Turiner Grabtuch erst seit der Fotographie (1898) richtig zu sehen war. Dagegen ähneln die Christusbilder seit dem 4. Jahrhundert dem Gesicht Jesu auf dem "Volto Santo" von Manoppello.
8. Das Schweißtuch von Cornelimünster (b. Aachen)
Anmerkung: Dieses 3, 5 x 6 m lange Tuch aus Muschelseide hat Karl d. Gr. vom Patriarchen von Jerusalem persönlich als "Sudarium aus dem Grab des Herrn" geschenkt bekommen. Es wird im Kloster Cornelimünster bei Aachen aufbewahrt und alle 7 Jahre zur Verehrung ausgestellt. Nähere Untersuchungen stehen noch aus.
Die gesamte Dokumentation, aus dem dieser Auszug stammt, ist z. Zt. noch nicht öffentlich zugänglich. Mit dieser kurzen Erklärung der sog. Grabtücher Jesu will ich aber helfen, bei der persönlichen Nachforschung bald einen klaren Überblick zu gewinnen. Es ist hilfreich und wertvoll, sich mit dem "Volto Santo" von Manoppello zu beschäftigen. Nach allen bisherigen Erkenntnissen ist darauf das authentische Antlitz Jesu auf wunderbare Weise abgebildet. Wenn Jesus aber der "Abglanz seiner (Gottes) Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens" (Hebr. 1, 3) ist, dann zeigt dieses Bild auf dem Schweißtuch Jesu auch das menschliche Antlitz des unsichtbaren Gottes.
Pfarrer Josef Läufer
Triberg, den 3. Juli 2006, am Fest des Apostels Thomas
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Quelle: www.Antlitz-Christi.de






